Geschichte der Gemeinde
Frühere Holzhackergemeinde, heute ein Erholungsort und eine Urlaubs- und Tourismuslokalität Babylon, welche in dem Kreis Domažlice liegt, hat eine Chance, zum klimatischen Kurort und Urlaubs- und Tourismuszentrum zu werden.
Dokumente über die Besiedlung der Gegend stammen bereits aus der Bronze- und Eisenzeit (1700 - 400 Jahre v.u.Z.). Ursprüngliche dauerhafte Besiedlung in der Gegend ist aus der Neolitzeit bekannt. Eine kontinuierliche mit fortschreitender Wiederabholzung der Landschaft verbundene Besiedlung ist seit dem 10. Jahrhundert dokumentiert.
Die Holzhauerortschaft Babylon entstand wahrscheinlich in dem 15. Jahrhundert.
Die erste schriftliche Erwähnung über die Holzhauerortschaft Babylon stammt aus dem Jahre 1587, als über Babylon als über eine zerstreute und chaotische Ortschaft geschrieben worden ist. (Die nahe Česká Kubice war ursprünglich auch eine Holzhauerortschaft, jedoch erst aus dem Jahre 1685, danach war sie der mehr bedeutende Erholungsort als Babylon.)
Der ursprüngliche Name der Dorfes Pařezov stammt vermutlich von weitmäßig abgeholzten Flächen beim Aufbau der Teiche von Pařezov ("Pařezovské rybníky") in dem 15. Jahrhundert, d. h. in der Zeit, als diese Teichgruppen bei uns so meist entstanden. Der neue Name Babylon ergab sich wahrscheinlich aus etnographischer Diversität der Bewohner in dem entstehenden Urlaubsort um den Teich von Horní Pařezov (Horní Pařezovský rybník), welcher dann Babylon benannt wurde.
Am Anfang des 17. Jahrhunderts spitzte sich die Lage in Tschechien nach und nach zu. Nach stürmischen Ereignissen, welche mit dem Erlass der Urkunde von Rudolf II. zusammenhängten, und nach dem sgn. Abenteuer von Passau am Anfang des Jahres 1611 kam die Zeit des Standesaufstands (1618 - 20). Das Chodenland als Ganzes stellte sich jedoch nicht auf die Seite der rebellierten Stände (auch trotz Verlangen der Standesdirektoren und der Stadt Domažlice, welche auf der Seite der Koalition gegen die Habsburgen stand). Trotzdem war sein weiteres Schicksal ähnlich wie in anderen Gebieten des Tschechischen Königreiches. Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg (J. 1621), in dem langwierigen 30jährigen Krieg, war eine ganze Reihe von benachbarten Gemeinden schwer beschädigt, eventuell abgebrannt (von dem schwedischen Heer oder der Kaiserarmee).
Im Jahre 1621 erwarb die umliegenden Chodendörfer, welche der Stadt Domažlice entzogen worden waren, und weiter dann die Trümmer der Chodenburg in Domažlice und schließlich auch die Ortschaft Pařezov - Babylon mit hiesigen Teichen und umliegenden Wäldern Wolf Lammingen aus Albenreuth (von den Choden als "Lomikar" genannt), und so wurden diese den Lamningers erblich zugeschrieben.
Die erste Katastralliste in der Zeit "nach dem Weißen Berg", bekannt als "Berní rula" (Steuerurkunde), zusammengestellt in dem J. 1654, gibt auch das Verzeichnis der hiesigen Bauer an.
Der tragische Streit der privilegierten Choden mit den Lamingers um die alten Rechte kulminierte am 6.6. 1693, als es zur Besatzung der chodischen Dörfer von Dragonern und Musketieren kam, welche von dem Kreishauptmann Fridrich Hora aus Ocelovice geführt wurden. Als Hauptführer des Aufstandes wurden der Schulze aus Draženov Kryštof Hrubý, weiter dann Jan Sladký Kozina aus Újezd und Jan Selner, genannt Čtverák, bezeichnet. Der Schulze von Draženov K. Hrubý starb in dem Prager Gefängnis am 1.6. 1695, J.S. Kozina wurde am 28.2. 1695 auf dem Pilsner Richtplatz aufgehängt.
Damalige Geschichte der benachbarten chodischen Dörfer ist in dem Buch "Psohlavci" von dem Schriftsteller Jirásek und in anderen vielen Werken der schönen Literatur beschrieben (aus der Zeit der tschechischen nationalen Wiedergeburt).
Am Anfang des 19. Jahrhunderts leidete dieses Gebiet auch unter langwierigen napoleonischen Kriegen.
Nach dem Jahre 1848 kommt es zur Aufhebung der Untertanschaft.
Seit dem Jahre 1850 war Pařezov eine unabhängige Gemeinde.
Im Jahre 1863 wurde hiesige Eisenbahnstrecke aus Domažlice über Česká Kubice in das bayerische Furth im Wald gebaut.
Im Jahre 1869 lebten in Babylon bereits 177 Einwohner in 20 Häusern, im Jahre 1880 170 Einwohner in 21 Häusern und im Jahre 1890 nur 160 Einwohner in 21 Häusern.
Von 1877 bis 1907 war Pařezov ein Bestandteil der Gemeinde Havlovice, dann wurde es zur unabhängigen Gemeinde.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden anstatt der mit Stroh oder Schindel gedeckten Holzobjekte (leicht brennbar) neu Häuser aus Ziegeln mit Bedachung aus Dachziegeln gebaut.
Den Grundstein für die Urlaubsnutzung des Teiches von Horní Pařezov - Babylon legten bereits um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts die Grafen von Stadion, welche die Teiche von Pařezov (den Unteren, den Oberen Babylon, den Schwarzteich und weitere kleinere) und auch die hiesigen Wälder besassen (westlich Vejslav, östlich Okrouhlík). An der Sperre von Babylon ließen sie eine Stube mit einer Fischerhütte bauen - die bekannte "Baštírna" (Leckerbiss) und einige Kabinen am Ufer des Teiches. Dieses Holzobjekt, obwohl wesentlich umgebaut, wurde hier bis neulich erhalten. Bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Teich Sandstrände. Der hiesige Urlaubsort gewann schnell an Popularität, es entstanden erste Hotels und Pensions.
